La­JJaz­zO Bran­den­burg

Jun­ger Jazz aus Bran­den­burg

Die Förderung junger brandenburgischer Jazzmusiker ist eine anspruchsvolle und vielschichtige Herausforderung. Das Landesjugendjazzorchester steht für jungen und hochprofessionellen Jazz aus und in Brandenburg. Seit seiner Gründung 1994 hat sich das LaJJazzO der Förderung junger brandenburgischer Jazzmusiker verschrieben. Dabei steht die Musik berühmter Bigbands im Vordergrund. Künstlerischer Leiter ist Bigband-Legende und Jazzposaunist Jiggs Whigham.

"Nur wer wirklich Jazzer werden will, ist hier richtig."

Die jungen Nachwuchs-Jazzer sind zwischen 16 und 25 Jahren alt und begeistern das Publikum mit mitreißenden Auftritten im ganzen Land. Förderschwerpunkt der talentierten Jazzmusikerinnen und Jazzmusiker ist die Geschichte der Bigband-Musik. Das LaJJazzO erhielt den ersten Preis im bundesweiten Leistungsvergleich des Wettbewerbs der Auswahlorchester. Profilierte Jazzmusikerinnen und Bandleader begleiten das Ensemble bei zahlreichen Probenphasen und Konzerten. Die jungen Jazzmusiker arbeiteten mit den ehemaligen künstlerischen Leitern Konrad Körner, Rolf von Nordenskjöld und Ralf Schrabbe sowie den Gästen Till Brönner, Joe Gallardo und der renommierten BBC Big Band aus London zusammen.

Die nächsten Termine

25.06.
Spremberg, Bühne Bäuerliche Hofanlage

LaJJazzO Junior feat. Weberknechte bei SOUND CITY OPEN

Im Rahmen von SOUND CITY OPEN 2021 spielt das Landesjugendjazzorchester LaJJazzO Junior gemeinsam mit dem preisgekrönten Percussion-Ensemble "Die Weberknechte" aus Finsterwalde um 19 Uhr unter dem Motto "Rhythm is it" auf der Bühne an der Bäuerlichen Hofanlage am Kulturschloss in Spremberg. Hier geht es zum gesamten Programm von SOUND CITY OPEN 2021...

Junge Trommelkünstler der Weberknechte
Jiggs Whigham
Jiggs Whigham© Uwe Hauth

In­ter­view mit Jiggs Whig­ham

Jiggs Whigham ist seit einem halben Jahrhundert erfolgreich auf den Bühnen der Welt zu sehen. Kritikern und Musikliebhabern fiel er erstmals im Alter von 17 Jahren als Solist und erster Posaunist des "Glenn Miller Orchestra" unter Ray McKinley auf. Zwei Jahre später war er Soloposaunist und erster Posaunist bei Stan Kenton. Nachdem er ein Jahr lang Engagements in New Yorker Studios und am Broadway wahrnahm, kam er 1965 als Solist zum Jazz Orchester von Kurt Edelhagen beim WDR in Köln. 1966 erhielt er den ersten Preis beim ersten Wettbewerb für Modern Jazz in Wien. Der US-Amerikaner spielte u. a. mit Ella Fitzgerald, Tony Bennett und Bert Kaempfert und gehört zu den renommiertesten Bigband-Leadern und Posaunisten weltweit. Seit 2008 leitet Jiggs Whigham das LaJJazzO Brandenburg.

Lieber Jiggs Whigham, seit 2008 begleiten Sie das LaJJazzO als künstlerischer Leiter. Was hat sich seitdem verändert?

Ich bin sehr glücklich über die Gelegenheit, dieses großartige Orchester leiten zu dürfen und freue mich sehr darauf, diese Arbeit fortzuführen. Das Orchester hat große Fortschritte gemacht und ist mittlerweile musikalisch auf einem hohen Niveau – nicht zuletzt dank der Bereitschaft aller Mitglieder, hart zu arbeiten und der Musik mit Ernsthaftigkeit zu begegnen. Ich bin außerordentlich dankbar für diese bereichernde Zusammenarbeit.

Sie gelten als Verfechter der klassischen Bigband-Musik im Stil von Count Basie und Stan Kenton, mit denen Sie selbst noch auf der Bühne standen. Warum denken Sie, ist es so wichtig, dass junge Jazzmusiker auch heute noch dieses Repertoire beherrschen?

Die Bigband-Musik bildet ganz einfach die Basis, auf der man aufbauen und von der man extrem viel lernen kann – genau wie Bach, Beethoven, Mozart etc. das Fundament für jeden klassischen Musiker bilden.

Worin sehen Sie die Besonderheiten in der Zusammenarbeit mit jungen Musikerinnen und Musikern? Haben Jugendliche – im Gegensatz zu erwachsenen Musikern – womöglich eine andere Herangehensweise an Jazz?

Eine berechtigte Frage. Es ist schon so, dass diese Musiker noch relativ jung sind, das heißt, sie sind voller Energie und bereit dazu, die Musik erst einmal zu entdecken und mit Enthusiasmus daran zu arbeiten. Natürlich bin ich aber auch sehr dankbar für die erfahrenen Profis, mit denen wir in jeder Arbeitsphase zusammenarbeiten dürfen, die durch ihr Können und ihre Expertise eine unglaubliche Bereicherung für den Nachwuchs sind.

Die Mitglieder des LaJJazzO sind zwischen 16 und 25 Jahren alt. Einige verlassen die Band, wenn Sie die Altersgrenze überschreiten oder ein Musikstudium aufnehmen. Welche Auswirkungen hat der regelmäßige Wechsel der Besetzung auf die musikalische Arbeit?

Die Besetzung wird nie komplett geändert, in der Regel wechselt immer lediglich ca. ein Drittel. So kann die Kontinuität und hohe Qualität, auf die wir beim Vorspiel natürlich achten, aufrechterhalten werden. Außerdem lernen die neuen Mitglieder sehr schnell von den Musikern mit mehr Erfahrung – man profitiert voneinander.

Worauf blicken Sie in 10 Jahren LaJJazzO unter Ihrer künstlerischen Leitung besonders gerne zurück, was sind Ihre persönlichen Highlights?

Das ist eine schwierige Frage, da für mich jede Arbeitsphase, jedes Konzert ein Highlight ist. Die Zusammenarbeit mit anderen Musikern im In- und Ausland war natürlich immer ein schönes Erlebnis und die diversen Touren, zum Beispiel durch Finnland oder die USA, waren etwas ganz Besonderes. Was mich aber mit Stolz und Freude erfüllt, ist die Fortschritte bei jedem einzelnen Musiker und jeder Musikerin mitzuerleben.

Sie stehen regelmäßig in Los Angeles, London, Helsinki oder Tokyo auf der Bühne. Wie ist es da, wenn man zwei Wochen später in Ludwigsfelde, Guben oder Senftenberg mit dem LaJJazzO vor dem Publikum steht?

Für die jungen Musikerinnen und Musiker des LaJJazzO ist es natürlich toll, hier in Brandenburg Konzerte zu geben. Für junge Konzertbesucher – vor allem das LaJJazzO Junior spielt regelmäßig Konzerte in Schulen und gibt dort Mitmach-Workshops – können diese Konzerte dann wiederum ein Anreiz sein, sich selbst mit Bigband-Musik zu beschäftigen und womöglich sogar für das LaJJazzO vorzuspielen. Auch wenn ich sehr viel unterwegs bin, ist jedes Konzert gleich wichtig für mich und ich habe stets den gleichen Anspruch an mich selbst. Mein Standpunkt als Musiker ist, dass wir alle der Musik dienen müssen und dürfen – das ist die Hauptsache.

La­JJaz­zO Ju­ni­or – Swin­gen­der Nach­wuchs

Mit der Junior-Band wurde ein weiterer Grundstein zur exzellenten Förderung und Ausbildung des Jazznachwuchses gelegt, der schon Jazz-Youngstern den Weg zur professionellen Jazz- und Bigband-Szene ebnet. In der "kleinen" Bigband des Verbandes der Musik- und Kunstschulen haben junge Menschen im Alter von 13 bis 18 Jahren die Möglichkeit, sich unter der Leitung von Finn Wiesner intensiv mit Swing und Jazz auseinanderzusetzen und sich auf diesem Weg für die Aufnahme in das LaJJazzO zu qualifizieren. In regelmäßigen Probenphasen wird ein vielfältiges Programm der Bigband-Literatur erarbeitet.

Ein besonderes Aushängeschild des LaJJazzO Junior sind die Workshops in den Musikschulen Brandenburgs.

Hier haben Schülerinnen und Schüler sowie Bigbands der Musikschulen die Möglichkeit, gemeinsam mit dem Landesensemble zu musizieren. Gemeinsam mit dem LaJJazzO Junior gestalten sie Konzerte. Für die Mitglieder der Junior-Band besteht jederzeit die Möglichkeit, in die "große" Band aufgenommen zu werden. So profitieren auch die jungen Musikerinnen und Musiker von der Arbeit mit herausragenden internationalen Dozierenden und hochkarätigen Konzerten. In der Gesamtheit ergeben sich so die besten Bedingungen für musikalische Inspiration und tollen Jazz.

Ihr An­sprech­part­ner:

Unsere Förderer: